5 wesentliche Indikatoren f√ľr die technische Analyse
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5 wesentliche Indikatoren f√ľr die technische Analyse

5 wesentliche Indikatoren f√ľr die technische Analyse

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Veröffentlicht Mar 2, 2020Aktualisiert May 6, 2024
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Wichtigste Punkte:

  • Indikatoren der technischen Analyse (TA) helfen Tradern, Preisbewegungen zu verstehen und Muster und potenzielle Handelssignale besser zu erkennen.

  • Zu den beliebtesten technischen Indikatoren geh√∂ren RSI, gleitende Durchschnitte, MACD, StochRSI und Bollinger B√§nder.

  • Obwohl technische Indikatoren sehr hilfreich sein k√∂nnen, sind sie oft nicht einfach zu interpretieren. Um das Risiko zu verringern, setzen Trader sie daher h√§ufig in Kombination mit der Fundamentalanalyse und anderen Analysemethoden ein.

Einf√ľhrung

Technische Indikatoren sind die wichtigsten Werkzeuge versierter technischer Analysten. Jeder Trader wählt die Tools aus, die am besten zu seinem Trading-Stil passen, um seine Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Einige analysieren gerne die Marktdynamik, während andere versuchen, das Marktrauschen zu reduzieren oder die Volatilität zu messen.

Aber welches sind die besten technischen Indikatoren? Nun, jeder Trader wird etwas anderes sagen. Es gibt jedoch einige sehr beliebte, wie die, die wir unten aufgef√ľhrt haben (RSI, MA, MACD, StochRSI und BB). M√∂chtest du wissen, was sie aussagen und wie man sie verwendet? Dann lies weiter.

Warum verwenden Trader technische Indikatoren?

Trader bedienen sich technischer Indikatoren, um die Kursentwicklung eines Wertpapiers oder einer Kryptowährung besser zu verstehen. Diese Indikatoren machen es einfacher, Muster zu erkennen und potenzielle Kauf- oder Verkaufssignale im aktuellen Marktumfeld zu erkennen. 

Es gibt viele Arten von Indikatoren, die häufig von Daytradern, Swingtradern und teilweise auch Buy-and-Hold-Anlegern eingesetzt werden. Professionelle Analysten und erfahrene Trader erstellen manchmal sogar ihre eigenen Indikatoren. 

In diesem Artikel geben wir einen kurzen √úberblick √ľber einige der beliebtesten Indikatoren der technischen Analyse (TA), die f√ľr jeden Trader ein n√ľtzliches Instrumentarium f√ľr die Marktanalyse darstellen.

1. Relative-Stärke-Index (RSI)

Relative-Stärke-Index

Der RSI ist ein Momentum-Indikator, der anzeigt, ob ein Verm√∂genswert √ľberkauft oder √ľberverkauft ist. Er misst das Ausma√ü der j√ľngsten Preis√§nderungen. Standardm√§√üig bezieht er sich auf die vorangegangenen 14¬†Perioden (14¬†Tage f√ľr Tages-Charts, 14¬†Stunden f√ľr Stunden-Charts usw.). Der RSI geh√∂rt zu den Oszillatoren und kann Werte im Bereich von 0 bis 100 annehmen.

Als Momentum-Indikator zeigt der RSI die Geschwindigkeit ‚Äď oder das Momentum ‚Äď an, mit der sich der Preis ver√§ndert. Ein zunehmendes Momentum bei steigendem Preis signalisiert einen starken Aufw√§rtstrend, das hei√üt, es steigen mehr K√§ufer ein. Ein nachlassendes Momentum bei noch steigendem Preis kann hingegen darauf hindeuten, dass die Zahl der Verk√§ufer am Markt bald √ľberwiegen wird.

Traditionell wird der RSI so interpretiert, dass ein Asset bei einem Wert von √ľber 70 wahrscheinlich √ľberkauft und bei einem Wert von unter 30 wahrscheinlich √ľberverkauft ist. Extremwerte k√∂nnen auf eine bevorstehende Trendumkehr hinweisen. Dennoch sollte man solche Werte nicht als direkte Kauf- oder Verkaufssignale ansehen. Wie viele andere Instrumente der technischen Analyse (TA) kann der RSI falsche oder irref√ľhrende Signale liefern, weshalb beim Handel auch andere Faktoren ber√ľcksichtigt werden sollten.

Möchtest du mehr erfahren? Dann lies unseren Artikel zum Relative-Stärke-Index (RSI).

2. Gleitender Durchschnitt (MA)

Gleitende Durchschnitte

Mit gleitenden Durchschnitten soll die Preisentwicklung geglättet werden, um den Markttrends besser erkennen zu können. Da gleitende Durchschnitte auf vergangenen Kursdaten beruhen, gelten sie als nachlaufende Indikatoren.

Die beiden am h√§ufigsten verwendeten gleitenden Durchschnitte sind der einfache gleitende Durchschnitt (SMA oder MA) und der exponentielle gleitende Durchschnitt (EMA). Beim SMA werden Preisdaten f√ľr einen definierten Zeitraum erfasst, um daraus einen Durchschnitt zu bilden. Zum Beispiel basiert der 10-Tage-SMA auf dem Durchschnittspreis der vorangegangenen zehn Tage. Beim EMA werden hingegen die j√ľngsten Preisbewegungen st√§rker gewichtet.

Wie bereits erwähnt, ist der gleitende Durchschnitt ein nachlaufender Indikator. Je länger der definierte Zeitraum ist, desto größer ist die Verzögerung. Daher wird der 200-Tage-SMA weniger schnell auf eine Preisänderung reagieren als der 50-Tage-SMA.

Trader nutzen oft das Verh√§ltnis des Preises zu bestimmten gleitenden Durchschnitten, um den aktuellen Markttrend abzusch√§tzen. Bleibt der Preis beispielsweise √ľber einen l√§ngeren Zeitraum oberhalb des 200-Tage-SMA, gehen viele Trader davon aus, dass sich das Verm√∂genswert in einem Bullenmarkt befindet.

Trader können auch Kreuzungen von gleitenden Durchschnitten als Kauf- oder Verkaufssignale werten. Wenn beispielsweise der 100-Tage-SMA den 200-Tage-SMA unterschreitet, kann dies als Verkaufssignal interpretiert werden. Aber was bedeutet diese Kreuzung genau? Sie zeigt an, dass der Durchschnittspreis der letzten 100 Tage nun unter dem der letzten 200 Tage liegt. Der Gedanke hinter einem Verkauf ist, dass kurzfristige Preisbewegungen nicht mehr dem Aufwärtstrend folgen, sodass es wahrscheinlicher ist, dass sich der Trend bald umkehrt.

Möchtest du mehr erfahren? Dann schau dir unseren Artikel zu den gleitenden Durchschnitten an.

3. Moving Average Convergence Divergence (MACD)

Moving Average Convergence Divergence MACD

MACD ist ein Momentum-Indikator, der das Verh√§ltnis zwischen zwei gleitenden Durchschnitten anzeigt. Er besteht aus zwei Linien ‚Äď der MACD-Linie und der Signallinie. Die MACD-Linie wird berechnet, indem der 26-Tage-EMA vom 12-Tage-EMA subtrahiert wird. Die Signallinie zeigt den 9-Tage-EMA. In vielen Charts l√§sst sich den Abstand zwischen der MACD-Linie und der Signallinie auch anhand von Histogrammen darstellen.¬†

Divergenzen zwischen der MACD-Linie und der Preisentwicklung k√∂nnen Tradern Aufschluss √ľber die St√§rke des aktuellen Trends geben. Erreicht der Preis beispielsweise ein h√∂heres Hoch als die MACD, k√∂nnte sich der Trend bald umkehren. Was sagt uns der Indikator in diesem Fall? Dass der Preis zwar steigt, aber das Momentum abnimmt, was bedeutet, dass Wahrscheinlichkeit eines Einbruchs oder einer Trendumkehr h√∂her ist.

Trader sollten auch auf Kreuzungen zwischen der MACD-Linie und der Signallinie achten. Wenn die die MACD-Linie die Signallinie nach oben kreuzt, kann dies ein Kaufsignal sein. Kreuzt die MACD-Linie dagegen die Signallinie von oben nach unten, kann dies als Verkaufssignal gewertet werden.

Der MACD-Indikator wird oft in Kombination mit dem RSI verwendet, da beide das Momentum messen, jedoch anhand verschiedener Faktoren. Es wird davon ausgegangen, dass sie zusammen ein vollständigeres Bild des Marktes ergeben.

Neugierig geworden? Dann lies unseren Artikel zum MACD-Indikator.

4. Stochastischer RSI (StochRSI)

Stochastischer RSI

Der stochastische RSI ist ein Momentum-Oszillator, der anzeigt, ob ein Verm√∂genswert √ľberkauft oder √ľberverkauft ist. Wie der Name schon andeutet, handelt es sich um eine Ableitung des RSI, da er aus RSI-Werten und nicht aus Kursdaten generiert wird. Er wird durch Anwendung der RSI-Werte auf die Formel des stochastischen Oszillators berechnet. Normalerweise liegen die Werte des stochastischen RSI zwischen 0 und 1 (oder 0 und 100).

Aufgrund seiner h√∂heren Reaktionsgeschwindigkeit und Empfindlichkeit kann der StochRSI viele Trading-Signale erzeugen, die schwierig zu interpretieren sein k√∂nnen. Im Allgemeinen ist er am n√ľtzlichsten, wenn er in der N√§he des oberen oder unteren Extrems liegt.¬†

Wenn der StochRSI-Wert √ľber 0,8 liegt, gilt ein Verm√∂genswert im Allgemeinen als √ľberkauft, und wenn er unter 0,2 liegt, gilt es als √ľberverkauft. Ein Wert von 0 bedeutet, dass der RSI in der betrachteten Periode (in der Regel 14¬†Tage) seinen niedrigsten Stand erreicht hat. Umgekehrt bedeutet ein Wert von 1, dass der RSI derzeit auf seinem h√∂chsten Niveau liegt.

√Ąhnlich wie beim RSI muss auf einen StochRSI-Wert, der auf einen √ľberkauften oder √ľberverkauften Verm√∂genswert hinweist, nicht unbedingt eine Trendumkehr folgen. Der StochRSI zeigt an, ob die RSI-Werte (von denen die StochRSI-Werte abgeleitet werden) nahe an den im betrachteten Zeitraum verzeichneten Extremen liegen. Es ist auch wichtig zu wissen, dass der StochRSI empfindlicher ist als der RSI, sodass er h√§ufiger falsche oder irref√ľhrende Signale erzeugt.¬†¬†

Willst du mehr zum Thema erfahren? Schau dir unseren Artikel zum stochastischen RSI an.

5. Bollinger Bänder (BB)

Bollinger Bänder

Bollinger B√§nder messen die Volatilit√§t des Marktes und ob ein Verm√∂genswert √ľberkauft oder √ľberverkauft ist. Sie bestehen aus drei Linien ‚Äď einem SMA (dem mittleren Band) und einem oberen und unteren Band. Die Einstellungen k√∂nnen variieren, aber in der Regel liegen das obere und das untere Band zwei Standardabweichungen vom mittleren Band entfernt. Mit zunehmender und abnehmender Volatilit√§t vergr√∂√üert und verkleinert sich auch der Abstand zwischen den B√§ndern.

Im Allgemeinen gilt: Je n√§her der Kurs am oberen Band liegt, desto n√§her ist der Verm√∂genswert am √ľberkauften Bereich. Umgekehrt gilt: Je n√§her der Preis am unteren Band liegt, desto n√§her ist der Verm√∂genswert am √ľberverkauften Bereich. In den meisten F√§llen bleibt der Kurs innerhalb der B√§nder, aber in seltenen F√§llen kann er auch √ľber oder unter die B√§nder ausbrechen. Auch wenn dieses Ereignis alleine kein Handelssignal ist, kann es doch ein Hinweis auf extreme Marktbedingungen sein.

Ein weiterer wichtiger Begriff im Zusammenhang mit den Bollinger Bändern ist der sogenannte Squeeze, eine Periode niedriger Volatilität, in der alle Bänder sehr nahe beieinander liegen. Dies kann als Hinweis auf möglicherweise bevorstehende Volatilität gewertet werden. Sind die Bänder dagegen sehr weit voneinander entfernt, kann eine Periode mit geringerer Volatilität folgen.

Falls du mehr zu diesem Thema erfahren möchtest, lies bitte unseren Artikel zu den Bollinger Bändern.

Fazit

Technische Indikatoren k√∂nnen Tradern wichtige Informationen √ľber die Marktentwicklung liefern, aber die Interpretation dieser Daten ist oft sehr subjektiv. Daher ist es immer sinnvoll, einen Moment innezuhalten und zu √ľberlegen, ob die eigene Entscheidungsfindung m√∂glicherweise von pers√∂nlichen Vorurteilen beeinflusst wird. Was f√ľr den einen Trader ein direktes Kauf- oder Verkaufssignal ist, kann f√ľr den anderen nur ein Marktrauschen sein.¬†

Wie die meisten Marktanalysetechniken sind technische Indikatoren am effektivsten, wenn sie in Kombination miteinander oder mit anderen Methoden wie z. B. der Fundamentalanalyse (FA) verwendet werden. Der beste Weg, ein Meister der technischen Analyse (TA) zu werden, ist jede Menge Übung.

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