Eine einfache Einführung in Dark Pools
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Eine einfache Einführung in Dark Pools

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Was ist ein Dark Pool?

Ein Dark Pool ist ein privater Treffpunkt für den Austausch von Finanzinstrumenten. Es unterscheidet sich von einer öffentlichen Börse dadurch, dass es kein sichtbares Orderbuch gibt und Trades nicht öffentlich sichtbar sind (oder erst sichtbar werden, wenn sie bereits ausgeführt wurden).

Liquidität auf den Dark Pool Märkten wird als Dark Pool Liquidität bezeichnet. Ein Großteil des Dark Pool Tradings wird in Block Trades abgewickelt. Ein Block Trade ist eine Transaktion mit einer großen Menge eines Assets zu einem vorher festgelegten Preis.

Dark Pools entstanden erstmals in den 1980er Jahren und wurden hauptsächlich von institutionellen Investoren genutzt, die eine große Anzahl von Wertpapieren handeln.

Die Verwendung von Dark Pools ermöglicht es Institutionen, Aufträge zu erteilen und Geschäfte zu tätigen, ohne ihre Absichten vorher öffentlich bekannt zu geben. Dies ist ein nützliches Merkmal, da ihre Absicht, große Mengen eines Assets zu kaufen oder zu verkaufen, sich nachteilig auf ihren Trade auswirken könnte, bevor sie die Chance haben, ihn auszuführen.

Dark Pools haben sich zu einem bedeutenden Teil der globalen Aktienmärkte entwickelt, und dieser Artikel wird ihre möglichen Auswirkungen auf die Kryptowährungsbranche untersuchen.


Welche Vorteile hat die Verwendung eines Dark Pools?

  • Verringerte Auswirkungen auf die Marktstimmung: Trader, die große Mengen handeln wollen, können ihre Absichten vor der breiteren Anlegeröffentlichkeit verbergen. 
  • Preisverbesserung: Das Matching von Trades erfolgt oft auf der Grundlage des Durchschnitts des besten verfügbaren Bid und Ask Preises. In solchen Fällen erhalten sowohl der Käufer als auch der Verkäufer einen günstigeren Trade, als sie es auf dem freien Markt könnten (der Käufer darf niedriger kaufen, und der Verkäufer darf höher verkaufen). 
  • Kein Slippage: Da der größte Teil des Dark Pool Tradings in Block Trades zu vorher festgelegten Preisen stattfindet, können Trader sicher sein, dass sie ihren gesamten Trade zum vorgesehenen Preis ausführen können.

 

Was sind die Kontroversen um Dark Pools?

  • Interessenkonflikt: Da das Orderbuch nicht sichtbar ist, gibt es keine Garantie, dass ein Trade zum bestmöglichen Preis ausgeführt wurde. Wenn die Institution, die den Trade ermöglicht, in einen Interessenkonflikt gerät, hat sie die Möglichkeit, die realen Marktpreise zu verdecken.
  • Schädlicher Einfluss auf die Marktpreise: Wenn der Großteil des Tradings in Dark Pools stattfindet, entsprechen die Preise an öffentlichen Börsen möglicherweise nicht dem tatsächlichen Markt. Ein großer Teil der Investitionen und des Tradings hängt vom freien Informationsfluss ab, und Dark Pools behindern diese Verfügbarkeit.
  • Gefährdung durch Hochfrequenz-Trader (HFTs): Dark Pools können ein ideales Spielfeld für schädliche Praktiken von Hochfrequenz-Tradern sein. Wenn sie privilegierten Zugriff auf Orderbuchdaten haben, können sie Großaufträge vorantreiben und von ahnungslosen Tradern profitieren.
    Dark Pools ermöglichen auch eine andere Methode namens Pinging, die das Senden einer großen Anzahl von kleinen Orders beinhaltet, um eine große versteckte Order auszuführen. Dies dient der Messung der Liquiditätssituation im Orderbuch und verschafft Hochfrequenz-Tradern einen Vorteil, der für den Markt als ungesund angesehen werden kann.
  • Kleinere durchschnittliche Trade-Größe: Seit ihrer Entstehung in den 1980er Jahren ist die durchschnittliche Trade-Größe von Dark Pools deutlich zurückgegangen. Dies deutet darauf hin, dass nicht nur Finanzinstitute, die großflächig traden, Dark Pools weniger nutzen. Dies macht ihre Existenz viel weniger attraktiv und möglicherweise sogar schädlich für den breiteren Markt. Es kann zu einem gesünderen Markt führen, wenn kleinere Orders auf Börsen mit einem öffentlich sichtbaren Orderbuch ausgeführt werden.  


Dezentrale Dark Pools

Ähnlich wie Dark Pools an den traditionellen Aktienmärkten stehen in einigen Trading-Plattformen Dark Pools für das Trading von Kryptowährungen zur Verfügung.

Im Vergleich zu herkömmlichen Dark Pools können dezentrale Dark Pools den Vorteil sicherer digitaler Verifikationsmethoden haben. Dezentrale Dark-Pool-Protokolle könnten einen fairen Marktpreis für alle Teilnehmer ohne die Möglichkeit der Preismanipulation aufrechterhalten. 

Bei Trades die mehrere Blockchains involvieren, könnten Cross-Chain Atomic Swaps verwendet werden, um die Trades abzuwickeln ohne einen Vermittler zu benötigen.

Dezentrale Dark Pools könnten auch andere neuartige kryptographische Technologien wie Zero-Knowledge-Proofs verwenden, um die Integrität von Dark Pool Transaktionen zu überprüfen. 

Dark Pools können auch in illiquiden Kryptowährungsmärkten nützlich sein, da sie es Tradern ermöglichen, größere Trades ohne Slippage auszuführen. Während eine größere Order einen erheblichen Einfluss auf einen illiquiden Markt haben könnte, kann der gleiche Trade in einem Dark Pool ohne Slippage ausgeführt werden.

Aufgrund des Mangels an institutionellen Tradern in der Kryptowährungsbranche hatten Dark Pools einen geringen Einfluss auf die Kryptowährungsmärkte, aber das könnte sich in Zukunft ändern.


Fazit

Aufgrund der völlig fehlenden Transparenz sind Dark Pools seit ihrer Entstehung ein kontroverses Thema. Eine Mehrheit des Trading-Volumens zu verbergen, ist keine wünschenswerte Eigenschaft, wenn es um einen Markt geht.

Mit den jüngsten Entwicklungen bei kryptographischen Verifizierungsmethoden könnte der Prozess der Verwendung von Dark Pools sicherer werden. Open-Source-Protokolle können so aufgebaut werden, dass für jeden Teilnehmer nachweislich die gleichen Regeln gelten, was das Risiko der Verwendung eines Dark Pools reduziert.