Die verschiedenen Order-Typen
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Die verschiedenen Order-Typen

Anfänger
Published Oct 22, 2020Updated Jul 9, 2021
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TL;DR

Wenn du mit Aktien oder Kryptowährungen handelst, interagierst du mit dem Markt, indem du Orders platzierst.

  • Eine Market-Order ist eine Anweisung zum sofortigen Kauf oder Verkauf eines Assets zum aktuellen Marktpreis.
  • Eine Limit-Order ist eine Anweisung, mit dem Kauf oder Verkauf zu warten, bis der Preis ein bestimmtes Limit erreicht.

Natürlich gibt es für jede dieser beiden Order-Typen verschiedene Varianten. Neugierig? Hier erfährst du mehr.


Einführung

Du hast dich auf einer Kryptobörse angemeldet und fragst dich, wozu die verschiedenen Schaltflächen dienen? Vielleicht hast du gerade Wall Street geschaut und möchtest besser verstehen, wie die Aktienmärkte funktionieren?
Im folgenden Artikel werden wir die verschiedenen Order-Typen genauer unter die Lupe nehmen. Wie wir in Kürze sehen werden, gibt es zwei grundsätzliche Arten von Orders: Limit-Orders und Market-Orders. Innerhalb dieser beiden groben Kategorien gibt es jedoch eine ganze Reihe von Varianten. 

Los geht's.


Market-Orders vs. Limit-Orders

Market-Orders sind Orders, von denen du erwarten kannst, dass sie sofort ausgeführt werden. Im Wesentlichen erteilst du mit diesen Orders der Börse folgenden Auftrag: Kaufe oder verkaufe x sofort, zum aktuellen Preis. Angenommen, du loggst dich auf Binance ein, um 3 BTC zu kaufen, und Bitcoin wird bei $15.000 gehandelt. Du bist bereit, $45.000 für die Coins zu zahlen, und willst nicht warten, bis die Preise weiter sinken. Daher platzierst du eine Market-Order.
Wer verkauft die Coins, fragst du? Um das herauszufinden, müssen wir uns das Orderbuch ansehen. Es enthält eine umfangreiche Liste von Limit-Orders, d.h. bedingte Orders, die nicht sofort ausgeführt werden, sondern erst dann, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind (Wenn der Preis auf y steigt oder fällt, kaufe bzw. verkaufe x).

Gehen wir nun davon aus, dass ein anderer User zuvor eine Order platziert hat, mit der er die Kryptobörse anweist, 3 BTC zu verkaufen, wenn der Preis 15.000 $ erreicht. Wenn du also deine Market-Order für den sofortigen Kauf von 3 BTC zum aktuellen Preis platzierst, wird sie mit der Limit-Order des anderen Users im Orderbuch abgeglichen.

Genau genommen hast du gar keine Order platziert – stattdessen hast du dafür gesorgt, dass die bereits vorhandene Order einer Gegenpartei ausgeführt und aus dem Orderbuch entfernt wurde. Das macht dich zu einem Taker, weil du der Kryptobörse Liquidität entzogen hast. Der andere Benutzer ist hingegen ein Maker, weil er der Kryptobörse Liquidität hinzugefügt hat. In der Regel profitierst du als Maker von niedrigeren Gebühren, da du der Börse einen Nutzen bietest.
Die Beziehung zwischen diesen beiden Akteuren wird im Artikel  Market Maker und Market Taker erklärt näher erläutert. Wenn du besser verstehen willst, wie Börsen funktionieren, solltest du diesen Artikel unbedingt lesen.


Was du über Market-Orders wissen solltest

Die grundlegenden Arten von Market-Orders sind Kauf- und Verkaufsorders. Mit beiden Orders gibst du der Börse die Anweisung, eine Transaktion zum besten verfügbaren Kurs durchzuführen. Bitte beachte, dass der beste verfügbare Kurs nicht immer der aktuell angezeigte Kurs ist – er hängt vom Orderbuch ab, also könnte dein Trade am Ende zu einem etwas anderen Kurs ausgeführt werden.

Market-Orders haben den Vorteil, dass deine Transaktion sofort (oder fast sofort) ausgeführt wird. Das ist dann aber auch schon alles. Die sogenannte Slippage führt dazu, dass derselbe Trade günstiger gewesen wäre, wenn er mit einer Limit-Order durchgeführt worden wäre.



Häufige Order-Typen

Die einfachsten Orders sind Buy-Market-Orders, Sell-Market-Orders, Buy-Limit-Orders und Sell-Limit-Orders. Wenn du dich allerdings nur auf diese Order-Typen beschränkst, kannst du nicht das volle Spektrum an Möglichkeiten nutzen. Daher solltest du dich auch mit komplexeren Order-Typen vertraut machen, um von kurzfristigen oder langfristigen Trends zu profitieren.


Stop-Loss-Orders

Wie der Name schon sagt, dient eine Stop-Loss-Order dazu, dich vor größeren Verlusten zu schützen. Es handelt sich um eine bedingte Market-Order, bei der du eine Anweisung zum Verkauf eines Assets zu einem bestimmten Preis erteilst, sobald ein sogenannter Trigger-Preis über- oder unterschritten wird. Eine Stop-Loss-Order erscheint also nicht sofort im Orderbuch. Die Handelsplattform wandelt sie erst dann in eine Market-Order um, wenn der Trigger-Preis erreicht wird.


Stop-Limit-Orders

Stop-Limit-Orders sind ebenfalls gute Instrumente zur Begrenzung der Verluste, die bei einem Trade auftreten können. Sie ähneln Stop-Loss-Orders, die wir im vorherigen Abschnitt erwähnt haben, aber sie beinhalten einen zusätzlichen Schritt. Wenn BTC bei 10.000 $ gehandelt wird und du eine Sell-Stop-Loss-Order bei 9.990 $ erteilst, stellst du sicher, dass du deine Bestände verkaufst, wenn der Preis um 10 $ sinkt.

Es kann jedoch sein, dass du nicht genau den Preis bekommst, den du willst. Und hier kommt die Stop-Limit-Order ins Spiel. Eine Stop-Limit-Order kombiniert gewissermaßen das Beste aus beiden Welten, um zu garantieren, dass deine Order genau zu dem von dir gewünschten Preis ausgeführt wird. In unserem obigen Beispiel von $10.000 BTC gibst du zwei Parameter an: einen Stop-Preis und einen Limit-Preis. Dein Stop-Preis kann beispielsweise $9.985 betragen. Dadurch wird die Börse angewiesen, eine Limit-Order mit dem von dir angegebenen Limit-Preis einzurichten – sagen wir $9.990. 

Wenn sich der Preis auf dieses Niveau erholt, verkaufst du deine Bestände für $9.990 oder besser. Beachte jedoch, dass die Order erst nach Erreichen des Stop-Preises im Orderbuch erscheint. Du hast immer noch das Risiko, dass der Preis sich nicht erholt, weshalb du in diesem Fall keinen Schutz hast, wenn er weiter unter 9.985 $ fällt.


One-cancels-the-other-Orders (OCO)

Eine One-cancels-the-other-Order (OCO) ist ein ausgeklügeltes Instrument, mit dem du zwei bedingte Orders kombinieren kannst. Sobald die eine Order ausgelöst wird, wird die andere storniert. Wenn wir das Beispiel BTC bei 10.000 $ nehmen, könntest du eine OCO-Order verwenden, um entweder Bitcoin zu kaufen, wenn der Preis 9.900 $ erreicht, oder um BTC zu verkaufen, wenn der Preis auf 11.000 $ steigt. Eine dieser beiden Orders wird zuerst ausgeführt, was bedeutet, dass die zweite automatisch storniert wird.


Time-in-Force

Ein weiteres wichtiges Konzept, das du kennen solltest, sind Orderzusätze, mit denen du festlegst, wie lange die Order gültig sein soll Time-in-force. Die drei wichtigsten sind Good-Till-Cancelled (GTC), Immediate-or-Cancel (IOC) und Fill-or-Kill (FOK).


Good-Til-Canceled (GTC)

Good-Til-Canceled (GTC) ist eine Anweisung, die besagt, dass ein Trade offen gehalten werden soll, bis er entweder ausgeführt oder manuell storniert wird. Im Allgemeinen ist diese Option bei Kryptobörsen standardmäßig eingestellt. 

An den Aktienmärkten ist es eine gängige Alternative, die Order am Ende des Handelstages zu schließen. Da die Kryptomärkte jedoch rund um die Uhr geöffnet sind, ist der Orderzusatz GTC weiter verbreitet.


Immediate-or-Cancel (IOC)

Immediate-or-Cancel-Orders (IOC) legen fest, dass jeder Teil der Order, der nicht sofort ausgeführt wird, storniert wird. Angenommen, du platzierst eine Order zum Kauf von 10 BTC zum Preis von $10.000, kannst aber nur 5 BTC zu diesem Ausführungspreis bekommen. In diesem Fall würdest du diese 5 BTC kaufen, und der Rest der Order würde geschlossen.


Fill-or-Kill (FOK)

Fill-or-Kill-Orders (FOK) werden entweder sofort ausgeführt, oder sie werden „gekillt“ (storniert). Wenn du beispielsweise eine FOK-Order für den Kauf von 10 BTC zum Preis von erteilst, wird sie storniert, falls bei Erreichen des Limit-Preises nicht alle $10.000 BTC gekauft werden können.


Fazit

Die Beherrschung dieser verschiedenen Ordertypen und -zusätze ist für ein erfolgreiches Trading unerlässlich. Egal, ob du Stop-Orders verwenden möchtest, um das Verlustpotenzial zu begrenzen, oder OCO-Orders, um für verschiedene Ergebnisse gleichzeitig vorbereitet zu sein, es ist wichtig, dass du die dir zur Verfügung stehenden Handelsinstrumente genau kennst. 

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