Was sind Blockchain-Transaktionsgebühren?
Was sind Blockchain-Transaktionsgebühren?
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Was sind Blockchain-Transaktionsgebühren?

Anfänger
1mo ago
8m

TL;DR

Transaktionsgebühren in Blockchain-Netzwerken dienen zwei wesentlichen Zwecken. Sie belohnen Miner oder Validatoren, die helfen, Transaktionen zu bestätigen und das Netzwerk vor Spam-Attacken zu schützen.

Die Höhe der Transaktionsgebühren kann je nach Netzwerkaktivität stark schwanken. Auch die Marktkräfte beeinflussen die zu zahlenden Gebühren. Während hohe Gebühren einer breiteren Blockchain-Akzeptanz im Wege stehen können, bringen sehr niedrige Gebühren mitunter Sicherheitsrisiken mit sich.


Warum Transaktionsgebühren?

Transaktionsgebühren sind schon immer ein wesentlicher Bestandteil der meisten Blockchain-Systeme gewesen. Du hast sie höchstwahrscheinlich beim Senden, Überweisen oder Abheben von Kryptowährungen gezahlt.

Die meisten Kryptowährungen verwenden Transaktionsgebühren aus zwei wichtigen Gründen. Erstens wird dadurch die Menge an Spam im Netzwerk reduziert, und es wird sehr teuer, Spam-Angriffe in großem Umfang auszuführen. Zweitens dienen Transaktionsgebühren als Anreiz für Benutzer, bei der Verifizierung und Validierung von Transaktionen zu helfen. Man kann es sich als Belohnung für die Unterstützung des Netzwerks vorstellen.

Bei den meisten Blockchains sind die Transaktionsgebühren relativ niedrig, aber sie können bei hoher Netzwerkauslastung stark steigen. Die Höhe der Gebühren, die du als Benutzer zahlst, bestimmt die Priorität deiner Transaktion bei der Aufnahme in den nächsten Block. Je höher die gezahlte Gebühr ist, desto schneller ist der Bestätigungsprozess.


Bitcoin-Transaktionsgebühren

Als erstes Blockchain-Netzwerk der Welt setzte Bitcoin den Standard für Transaktionsgebühren, die heute von vielen Kryptowährungen verwendet werden. Satoshi Nakamoto stellte fest, dass Transaktionsgebühren das Netzwerk vor organisierten Spam-Angriffen schützen und gutes Verhalten anregen könnten.
Bitcoin-Miner erhalten Transaktionsgebühren im Gegenzug dafür, dass sie neue Blöcke bestätigen. Der Pool mit den unbestätigten Transaktionen wird als Memory Pool (oder Mempool) bezeichnet. Naturgemäß bevorzugen die Miner Transaktionen mit höheren Gebühren, denen die Benutzer zugestimmt haben, als sie ihre BTC an eine andere Bitcoin-Wallet geschickt haben.

Böswillige Akteure, die das Netzwerk ausbremsen wollen, müssen daher für jede Transaktion eine Gebühr bezahlen. Wenn diese Akteure die Gebühren zu niedrig ansetzen, werden die Miner ihre Transaktionen wahrscheinlich ignorieren. Wenn sie die Gebühren dagegen auf den erforderlichen Preis setzen, entstehen ihnen hohe wirtschaftliche Kosten. Transaktionsgebühren wirken also auch als einfacher, aber effektiver Spam-Filter.


Wie werden die BTC-Transaktionsgebühren berechnet?

Im Bitcoin-Netzwerk erlauben bestimmte Krypto-Wallets den Usern, ihre Transaktionsgebühren manuell einzustellen.  Es ist auch möglich, BTC ohne Gebühren zu senden, aber die Miner werden solche Transaktionen höchstwahrscheinlich ignorieren, was bedeutet, dass sie nicht validiert werden.
Anders, als manche glauben, sind die Bitcoin-Gebühren nicht von dem gesendeten Betrag abhängig, sondern von der Transaktionsgröße (in Bytes). Stell dir zum Beispiel vor, die Transaktionsgröße beträgt 400 Bytes und die durchschnittliche Transaktionsgebühr 80 Satoshis pro Byte. In diesem Fall müsstest du etwa 32.000 Satoshis (oder 0,00032 BTC) bezahlen, um gute Aussichten darauf zu haben, dass deine Transaktion zum nächsten Block hinzugefügt wird.
Wenn die Netzwerkauslastung hoch ist und viele Personen gleichzeitig BTC senden wollen, steigt die Transaktionsgebühr, die für eine schnelle Bestätigung benötigt wird, da andere Bitcoin-Nutzer versuchen, dasselbe zu tun. Eine solche Situation kann in Phasen sehr hoher Volatilität an den Märkten auftreten. 

Daher können die hohen Gebühren die Verwendung von BTC in alltäglichen Situationen erschweren. Eine Tasse Kaffee für 3 $ zu kaufen, ist nicht sehr sinnvoll, wenn die Gebühren dafür viel höher sind.

Blöcke können nur eine begrenzte Anzahl von Transaktionen enthalten, da die Blockgröße auf 1 MB begrenzt ist. Zwar fügen Miner Blöcke so schnell wie möglich zur Blockchain hinzu, aber es gibt eine Grenze, wie schnell sie dabei vorgehen können.

Die Skalierbarkeit von Kryptowährungnetzwerken ist ein wesentliches Problem bei der Entscheidung für Netzwerkgebühren. Die Blockchain-Entwickler bemühen sich kontinuierlich, dieses Problem zu lösen. Vorherige Netzwerk-Updates haben dazu beigetragen, die Skalierbarkeit zu verbessern, z.B. SegWit und das Lightning Network.



Ethereum-Transaktionsgebühren

Ethereum-Transaktionsgebühren funktionieren anders als die von Bitcoin. Die Gebühren berücksichtigen immer die Menge an Rechenleistung, die für die Verarbeitung der betreffenden Transaktion benötigt wird, das so genannte Gas. Gas hat ebenfalls einen variablen Preis, der in Ether (ETH), dem nativen Token des Netzwerks, ausgedrückt wird. 

Auch wenn das für eine bestimmte Transaktion benötigte Gas gleich bleibt, können die Gaspreise steigen oder fallen, denn der Gaspreis steht in direktem Zusammenhang mit der Netzwerkauslastung. Dabei gilt grundsätzlich: Wenn du einen höheren Gaspreis bezahlst, werden die Miner deine Transaktion wahrscheinlich priorisieren.


Wie werden die Ethereum-Transaktionsgebühren berechnet?

Die Gasgebühr ist einfach ein Preis, der die Kosten deckt, zuzüglich einer Prämie für die Miner, die deine Transaktion bearbeiten. Du solltest jedoch auch das Gaslimit berücksichtigen, das festlegt, welcher Preis maximal für diese Transaktion oder Aufgabe bezahlt wird.
Mit anderen Worten: Die Gaskosten sind die Menge der erforderlichen Arbeit, und der Gaspreis ist der Preis, der für „jede Stunde“ Arbeit gezahlt wird. Das Verhältnis zwischen diesen beiden Werten und dem Gaslimit bestimmt die Gesamtgebühr für eine Ethereum-Transaktion oder die Interaktion mit einem Smart Contract.
Wenn eine bestimmte Transaktion beispielsweise 21.000 Gas kostet und der Gaspreis bei 71 Gwei liegt, dann beträgt die Transaktionsgebühr 1.491.000 Gwei oder 0.001491 ETH.
Quelle: Etherscan.io


Da sich Ethereum auf dem Weg zu einem Proof-of-Stake-Modell befindet (siehe Casper), ist zu erwarten, dass die Gasgebühren sinken werden. Die für die Bestätigung einer Transaktion benötigte Gasmenge wird geringer sein, da das Netzwerk nur einen Bruchteil der Rechenleistung für die Validierung von Transaktionen benötigt. Die Netzwerkauslastung kann sich jedoch immer noch auf die Transaktionsgebühren auswirken, da die Validatoren Transaktionen mit höherer Vergütung Priorität einräumen.


Binance Chain-Transaktionsgebühren

Die Binance Chain ist ein Blockchain-Netzwerk, das es Usern ermöglicht, BNB und andere BEP-2-Tokens zu transferieren und zu handeln. Auch die Erstellung und Verteilung eigener Tokens ist möglich. Die Binance Chain verwendet einen sogenannten Delegated Proof of Stake-Konsensmechanismus. Also haben wir anstelle von Minern die Validatoren. 
Die Binance Chain betreibt auch den Binance DEX – eine dezentrale Börse, wo Benutzer Kryptowährungen direkt von ihren Wallets aus handeln können. Transaktionsgebühren auf der Binance Chain und im Binance DEX werden in BNB bezahlt.
Beachte bitte, dass Binance Chain und Binance Smart Chain zwei verschiedene Blockchains sind. Weitere Informationen findest du unter Eine Einführung in die Binance Smart Chain (BSC).


Wie werden die Transaktionsgebühren auf der Binance Chain berechnet?

Je nach gewünschter Aktion ist eine in BNB angegebene Gebührenstruktur anwendbar. Auf dem Binance DEX ist zu unterscheiden zwischen Transaktionsgebühren (wie beispielsweise für das Senden von BNB) und Handelsgebühren. Außerdem kann der Gesamtpreis einer Transaktion je nach dem Marktpreis von BNB steigen oder fallen. 

Bei nicht handelsbezogenen Transaktionen, wie dem Ein- oder Auszahlen von BNB in eine Wallet, sind Gebühren nur in BNB zu entrichten. Gebühren für handelsbezogene Aktivitäten auf dem Binance DEX sind in dem gehandelten Token zu zahlen, aber es gibt einen Rabatt für die Zahlung in BNB. Diese Regelung trägt dazu bei, Anreize für die Nutzung von BNB zu schaffen und die Benutzerbasis auszubauen.


Binance-Smart-Chain-Transaktionsgebühren

Die Binance Smart Chain (BSC) ist eine weitere von Binance entwickelte Blockchain, die parallel zur Binance Chain läuft (d.h. es handelt sich um zwei getrennte Netzwerke). BNB ist auf der Binance Chain ein BEP-2 Token und auf der BSC ein BEP-20 Token.

Die Binance Smart Chain ermöglicht die Erstellung von Smart Contracts, was sie anpassungsfähiger macht. Anders als bei der Binance Chain ist die Gebührenstruktur für die BSC nicht von vornherein festgelegt. Stattdessen wird ein Gassystem verwendet (ähnlich wie bei Ethereum), das die Rechenleistung widerspiegelt, die für die Ausführung von Transaktionen und Smart-Contract-Operationen benötigt wird.

Das BSC-Netzwerk hat einen sogenannten Proof of Staked Authority-Konsensmechanismus. Benutzer des Netzwerks müssen BNB staken, um Validatoren zu werden, und bei erfolgreicher Validierung eines Blocks erhalten sie die entsprechenden Transaktionsgebühren.


Wie werden Transaktionsgebühren auf der Binance Smart-Chain berechnet?

Wie bereits erwähnt, ist die BSC-Gebührenstruktur sehr ähnlich wie die von Ethereum. Die Transaktionsgebühren werden in Gwei angegeben, wobei 1 Gwei 0,000000001 BNB entspricht. Benutzer können die von ihnen gezahlten Gaspreise selber festlegen, je nachdem, wie stark ihre Transaktionen priorisiert werden sollen.

Um den aktuellen und historischen Durchschnittspreis für Gas herauszufinden, bietet BscScan einen Tagesdurchschnitt zusammen mit dem jeweils niedrigsten und höchsten gezahlten Preis. Im März 2021 lag die durchschnittliche Gebühr auf der BSC bisher bei rund 13 Gwei.

Im folgenden Beispiel betrug der Gaspreis 10 Gwei. Beachte dabei, dass das Gaslimit auf 622.732 Gwei eingestellt war, aber nur 352.755 (52,31 %) Gwei bei dieser Transaktion verwendet wurde, was in einer Transaktionsgebühr von 0,00325755 BNB resultierte.

Quelle: Bscscan.com

Die BSC-Gebühren sind in der Regel sehr niedrig, aber wenn du versuchst, Tokens zu senden, ohne BNB auf deinem Konto zu haben, wird das Netzwerk dich benachrichtigen, dass du nicht genügend Assets hast. Stelle daher sicher, dass du ein wenig extra BNB in deiner Wallet hast, um die Transaktionsgebühren zu bezahlen.


Binance-Auszahlungsgebühren

Wenn du Auszahlungen an der Binance-Börse durchführen willst, musst du entsprechende Transaktionsgebühren bezahlen. Diese Gebühren variieren abhängig von der Kryptowährung und dem von dir verwendeten Netzwerk. Binance hat seine eigene Gebührenstruktur für Transaktionen, die innerhalb seiner Handelsplattform stattfinden. Die Auszahlungsgebühren werden jedoch von externen Faktoren beeinflusst, die außerhalb der Kontrolle von Binance liegen.

Die Auszahlung deiner Kryptowährungen hängt von der Arbeit der Miner oder Validatoren ab, die nicht Teil des Binance-Ökosystems sind. Daher muss Binance die Auszahlungsgebühren regelmäßig anpassen, basierend auf der Auslastung, der Nachfrage und anderen Netzwerkbedingungen.

Binance legt außerdem Mindestbeträge für die Auszahlung von Kryptowährungen fest. Die aktuellen Mindestbeträge kannst du der Gebührentabelle entnehmen.
Die Handelsgebühren basieren auf dem VIP-Level deines Kontos und sind unabhängig von den Auszahlungsgebühren. Dein gesamtes monatliches Handelsvolumen bestimmt das VIP-Level deines Kontos. Die maximale Gebühr beträgt derzeit 0,1 % der gehandelten Kryptowährung (als Maker oder Taker). Beachte bitte, dass Benutzer, die in BNB bezahlen, von niedrigeren Handelsgebühren profitieren.


Zusammenfassung

Transaktionsgebühren sind ein integraler Bestandteil der Ökonomie von Blockchain-Netzwerken. Sie sind Teil der Anreize für Benutzer, die das Netzwerk am Laufen halten. Die Gebühren bieten außerdem einen Schutz vor bösartigem Verhalten und Spam.

Die hohen Datenmengen haben jedoch bei einigen Netzwerken zu deutlich höheren Gebühren geführt. Die dezentrale Natur der meisten Blockchains macht es schwieriger für sie zu skalieren. Es stimmt, dass einige Netzwerke eine hohe Skalierbarkeit und einen hohen Transaktionsdurchsatz bieten, aber dies geht oft auf Kosten der Sicherheit oder der Dezentralität.

Dennoch gibt es einige Forscher und Entwickler, die an Verbesserungen arbeiten, die hoffentlich mehr Inklusion bringen werden, wenn es um Kryptowährungen in den Entwicklungsländern geht.