Custodial vs. Non-Custodial-NFTs: Was ist der Unterschied?
Custodial vs. Non-Custodial-NFTs: Was ist der Unterschied?
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Custodial vs. Non-Custodial-NFTs: Was ist der Unterschied?

Anfänger
Published Jun 24, 2021Updated Jul 22, 2021
8m

TL;DR 

Mit dem Wachstum des DeFi-Ökosystems werden NFTs immer beliebter. Beim Handeln oder Aufbewahren von NFTs oder anderen Krypto-Vermögenswerten besteht die Wahl zwischen der Nutzung von sogenannten „Custodial-Services“ oder „Non-Custodial-Services“. Ein Custodial-Service besitzt den privaten Schlüssel zu deiner Wallet und übernimmt die Verantwortung für die Aufbewahrung deiner Vermögenswerte. Der Binance NFT Marketplace ist ein Beispiel für eine Custodial-NFT-Plattform, bei der du dich mit einem registrierten Konto anmelden kannst.
Ein Non-Custodial-Service gibt den Usern die vollständige Kontrolle über ihre Wallets und digitalen Assets. Die User können ihre NFTs direkt von ihren Wallets aus traden. So entsteht ein Markt, der ohne Zwischenhändler auskommt. Genau das findest du im Bereich Featured By Binance, der Non-Custodial-NFT-Plattform von Binance. Indem sie NFTs auf der Blockchain erstellen, bauen die Künstler eine direkte Beziehung zu ihren Fans auf, ohne Plattform-bedingte Risiken einzugehen.


Einführung

Nicht-fungible Tokens (NFTs) sind im gesamten Blockchain- und DeFi-Ökosystem sehr gefragt. Es gibt bereits viele Informationen zum Thema NFT, aber wir sprechen nicht oft über das Thema Verwahrung von privaten Schlüsseln. Wer hat eigentlich die volle Kontrolle über den NFT, den du gerade erstellt oder gekauft hast? Es kann sein, dass du weniger Verfügungsrechte über deinen NFT hast, als du denkst.

Dieses Konzept könnte dir bekannt vorkommen, wenn du dich bereits mit Wallets und Kryptowährungen beschäftigt hast. Tatsächlich sind die Verantwortung für deinen NFT selbst zu übernehmen oder die Aufbewahrung einer anderen Person zu überlassen, beides gleichwertige Optionen. Es hängt letztendlich davon ab, was dir lieber ist und welche Art von Verantwortung du übernehmen möchtest.

Am häufigsten wirst du auf Custodial- und Non-Custodial-NFTs stoßen, wenn du eine Wallet oder Plattform für das Traden oder Erstellen von NFTs auswählst.


Was ist ein Krypto-Wallet?

Eine Krypto-Wallet ist ein wesentliches Tool für die Aufbewahrung von Kryptowährungen und die Interaktion mit Blockchains. Wenn du Transaktionen tätigen und dezentralisierte Anwendungen (DApps) verwenden möchtest, benötigst du eine Wallet. Es gibt zwei Hauptaspekte für jede Wallet: einen öffentlichen Schlüssel und einen privaten Schlüssel. 
Der öffentliche Schlüssel deiner Wallet wird verwendet, um Adressen zu generieren, an die du oder andere Personen Kryptowährungen senden können. Dein privater Schlüssel, den du als vertrauliches Passwort behandeln solltest, signiert Transaktionen und bietet Zugriff auf dein Guthaben. Es gibt eine Vielzahl von Optionen bei der Auswahl deiner Krypto-Wallet. Die Schlüssel können auf ein Stück Papier ausgedruckt, über eine Desktop-Wallet-Software abgerufen oder in Hardware-Wallet-Geräten aufbewahrt werden.
Krypto-Wallets können auch für mehr als nur die Aufbewahrung von Kryptowährungen verwendet werden. Je nach Wallet kannst du ebenfalls NFTs aufbewahren. Du hast wahrscheinlich eine Krypto-Wallet verwendet, um digitale Assets wie Bitcoin (BTC)Ether (ETH) oder Stablecoins zu senden oder zu empfangen. Aber einige Krypto-Wallets können auch für die Aufbewahrung und den Transfer von NFTs, also Tokens, die auf einer Blockchain ausgegeben werden, verwendet werden.


Was ist eine Custodial-Krypto-Wallet?

Eine Custodial-Krypto-Wallet gibt dir nicht die volle Kontrolle über deine privaten Schlüssel. Eine dritte Partei (z. B. eine Börse oder ein Custodial Wallet Service) bewahrt deine Assets für dich auf. Du kannst nicht selbst auf deinen privaten Schlüssel zugreifen, aber das ist nicht unbedingt eine schlechte Sache. Es hängt alles von deinen Bedürfnissen ab.

Aufgrund der Dezentralisierung der Blockchain-Technologie kannst du den Zugriff auf deine Wallet dauerhaft verlieren, wenn du deinen privaten Schlüssel verlierst. Wenn du einen Verwahrer für deinen privaten Schlüssel hast, kannst du die Verantwortung an diesen weitergeben. Selbst wenn du dein Börsen-Passwort vergessen hast, kannst du dich wahrscheinlich mit Hilfe des Kundensupports wieder in dein Konto einloggen.

Vergiss jedoch nicht, dass in diesem Fall eine dritte Partei Zugriff auf dein Vermögen hat. Dein Krypto-Guthaben ist nur so sicher, wie die Sicherheitsstandards des Verwahrers. Deshalb ist es sehr wichtig, eine zuverlässige Börse oder einen zuverlässigen Serviceanbieter zu wählen.


Was ist eine Non-Custodial-Krypto-Wallet?

Eine Non-Custodial-Krypto-Wallet ist eine Wallet, bei der nur der Inhaber die privaten Schlüssel besitzt und kontrolliert. Für Benutzer, die mehr Kontrolle über ihre Finanzen haben möchten, sind Non-Custodial-Wallets die beste Option.

Aber, wie bereits erwähnt, liegt die Verantwortung für die sichere Aufbewahrung der privaten Schlüssel in den Händen des Besitzers der Wallet. Wenn du die Schlüssel verlierst und dich nicht mehr an deine Backup Seed Phrase erinnern kannst, dann sind die Wallet und das darin enthaltene Guthaben für immer verloren. Es gibt verschiedene Non-Custodial-Wallets, die als Apps, Software oder Browser-Erweiterungen verfügbar sind. Beliebte Wallets sind zum Beispiel die Trust Wallet und MetaMask. Es gibt auch Wallet-Dienste, wie z.B. Tor.us, die es den Nutzern erlauben, soziale Logins zu verwenden, um ihre Schlüssel zu sichern, was den Prozess sicherer und bequemer macht.


Welche Wallets kann ich für NFTs verwenden?

Du kannst sowohl Custodial Wallets als auch Non-Custodial-Wallets verwenden, um deine Kryptokunst oder andere NFTs aufzubewahren. Vergewissere dich jedoch, dass die von dir verwendete Wallet die Art von NFTs unterstützt, die du aufbewahren möchtest. NFTs können auf verschiedenen Blockchains existieren, und selbst auf einer einzelnen Blockchain kann es verschiedene Arten von Token-Standards geben. Jeder Standard hat unterschiedliche Eigenschaften und Regeln, die festlegen, wie die Tokens erstellt und verwendet werden.

Die gebräuchlichsten Token-Standards sind:

  1. Ethereum: ERC-721, ERC-1155
  2. Binance Smart Chain: BEP-721, BEP-1155

Wenn du vorhast, einen NFT entweder in einer Custodial Wallet (wie z.B. auf einer Kryptobörse) oder in einer Non-Custodial-Wallet aufzubewahren, überprüfe zuerst den Token-Standard des NFTs. Stelle mit diesen Informationen sicher, dass deine Wallet den Blockchain- und Token-Standard deines digitalen Kunstwerks unterstützt.

MetaMask, Trust Wallet und MathWallet sind Non-Custodial-Wallets, die die am häufigsten auftretenden NFTs akzeptieren. Aber wenn du mit einer zentralisierten Börse interagierst, wirst du eine Custodial Wallet verwenden. Am besten informiere dich in den FAQ oder auf der Website deiner Börse über die von ihr akzeptierten NFTs.


Wie kaufe ich einen NFT mit meiner Wallet?

Wie du NFT-Kollektionen kaufst, hängt von zwei Faktoren ab: dem Wallet-Typ und dem Marktplatz, den du verwenden möchtest. Wenn du die volle Kontrolle über deinen NFT-Kauf haben und ihn in einer Non-Custodial Wallet speichern möchtest, musst du eine dezentrale Plattform wie Featured by Binance verwenden.


Dezentrale Plattformen (Non-Custodial)

Wenn du schon einmal Binance DEX oder eine andere dezentrale Börse benutzt hast, dann bist du vielleicht schon mit einem Non-Custodial-System vertraut. Bei einer dezentralen Börse musst du kein Konto einrichten oder dich anmelden. Trades werden in der Regel direkt zwischen den Wallets der beiden Parteien abgewickelt.


NFT-Marktplätze (Custodial)

Ein NFT-Marktplatz fungiert während des Einkaufsprozesses als „Custodian“, also als Verwahrer. Wenn du bei einer Auktion mitbieten möchtest, musst du dein Geld an die Plattform senden, um es auf einem Treuhandkonto zu halten. Sobald du deinen NFT gekauft hast, kannst du ihn entweder in deiner Custodial Wallet aufbewahren oder an eine andere Wallet senden.

Der Binance NFT Marketplace erfordert außerdem, dass du Geld in seine Non-Custodial-Spot-Wallet überweist, um NFTs zu kaufen und bieten zu können. Dein Binance-Konto muss ein Guthaben in Kryptowährungen aufweisen, da die Website nicht direkt mit externen Wallets interagieren wird.


Wie erstelle oder verkaufe ich einen NFT mit meiner Wallet?

Dezentrale Plattformen (Non-Custodial)

Der Vorgang der Erstellung eines NFTs wird als Minting bezeichnet. Um einen NFT zu erstellen, musst du deine Wallet verbinden und deine digitalen Assets auf eine NFT-Plattform hochladen, wie z.B. Featured by Binance. Dort kannst du Bilder, Audio- oder Videodateien zusammen mit einigen Metadaten (um deine NFTs zu beschreiben) hochladen. Du hast die Wahl, einzelne NFTs oder eine Kollektion zu erstellen, die aus einer Gruppe von NFTs besteht.

Nach dem Minting-Prozess werden deine Assets auf der Blockchain gespeichert und können nicht mehr geändert werden. Wenn du möchtest, kannst du deine NFTs zum Verkauf anbieten. Featured by Binance unterstützt derzeit zwei Verkaufsmethoden für seinen Sekundärmarktplatz: Festpreisverkäufe und Englische Auktionen.

Sobald die Verkäufe abgeschlossen sind, werden deine NFTs an die Käufer ausgehändigt. Die Erlöse der Verkäufe werden von den Wallets der Käufer auf deine Wallet übertragen. Der Prozess ist automatisiert und durch die Regeln der Smart Contracts abgesichert.


NFT-Marktplätze (Custodial)

Um deinen NFT auf einem „Custodial Marketplace“ zu verkaufen, musst du diesen auf der von dir genutzten Plattform hinterlegen. Vergewissere dich, dass die Plattform den Typ von NFT akzeptiert, den du verkaufen möchtest. Wenn du hier nicht vorsichtig bist, kannst du deine NFTs sehr schnell verlieren, wenn du sie an eine nicht kompatible Plattform sendest. Jeder Marktplatz bietet unterschiedliche Optionen für den Verkauf, wie z.B. Festpreisverkäufe oder Auktionen.

Sobald du deinen NFT erfolgreich verkauft hast, wird der Marktplatz diesen automatisch an den neuen Eigentümer übertragen. Dein Geld wird entweder direkt an deine externe Wallet gesendet oder auf der Plattform verbleiben, damit du es abheben kannst.



Vor- und Nachteile eines Custodial-NFT-Services

Ein Custodial-Service bietet eine einfache Möglichkeit, NFT-Käufer und -Verkäufer zusammenzubringen, die auch für Neueinsteiger leicht zu benutzen ist. Du musst dir keine Sorgen machen, dass du deinen Schlüssel verlierst, was selbst für erfahrene User eine Erleichterung ist. Die Schnittstellen sind im Allgemeinen sehr benutzerfreundlich, und der gesamte Prozess ist gegenüber potenziellen Bedienungsfehlern wesentlich toleranter. Wenn ein Problem auftritt, sollte die Plattform über einen Support verfügen, der helfen kann.

Aber für viele Krypto-Enthusiasten, die Wert auf Dezentralisierung legen, ist es ein großer Nachteil, dass sie ihr Vermögen nicht direkt kontrollieren können. KYC-Prüfungen gelten auch für einige Custodial-NFT- Dienste, die deinen Namen, deine Adresse und deine Ausweispapiere erfordern. Sobald deine Daten gespeichert sind, besteht immer das Risiko, dass sie gestohlen oder Unbefugten zugänglich gemacht werden. Es ist auch nicht selten, dass solche Dienste gehackt werden.


Vor- und Nachteile eines Non-Custodial-NFT-Service

Non-Custodial NFT-Plattformen bieten eine viel größere Kontrolle über den gesamten Transaktionsprozess. Der Handel mit NFTs direkt von deiner Wallet aus ohne einen Vermittler bietet günstigere Gebühren und mehr Privatsphäre. Diese Faktoren sind jedoch eher von dem Netzwerk abhängig, das du verwendest. Wenn dir deine Privatsphäre wichtig ist, sind KYC-Prüfungen nicht erforderlich, damit du anonym handeln kannst. Alles, was du benötigst, ist eine Wallet, um loszulegen.

Es gibt ein paar Nachteile bei der Non-Custodial-Kontrolle. Für neue Benutzer, die nicht so vertraut mit Wallets sind, können Non-Custodial-Optionen weniger benutzerfreundlich und praktisch sein als Custodial. Glücklicherweise machen jedoch Dienstleister wie Tor.us die Nutzung von Dapps viel einfacher.

Ab Juni 2021 weisen Non-Custodial-Börsen tendenziell eine geringere Liquidität und ein geringeres Volumen auf als Custodial Börsen – mit Ausnahme von großen Projekten wie Uniswap. Aber wenn es um NFTs geht, befindet sich die Branche noch in einem sehr frühen Stadium, was es schwer macht, sie zu messen. Dennoch hängt die Liquidität von der Benutzerbasis und dem Handelsvolumen ab, und es besteht eine gute Chance, dass Non-Custodial-Services in naher Zukunft den Custodial-Services den Rang ablaufen werden. Es gibt auch Projekte, die an plattformübergreifenden, Non-Custodial-Marktplätzen arbeiten, die wahrscheinlich Liquiditätsprobleme verhindern werden.


Custodial vs. Non-Custodial-NFTs auf einen Blick


Custodial-NFT-Service

Non-Custodial-NFT-Service

Privater Schlüssel

Eigentum Dritter

Eigentum des Wallet-Besitzers

Einfacher Zugang

Registrierte Konten

Zugänglich für jedermann

Transaktionskosten

Normalerweise höher

Normalerweise niedriger

Sicherheit

Normalerweise niedriger

Normalerweise höher

Support

Normalerweise höher

Normalerweise niedriger

KYC

Ja

Nein


Zusammenfassung

Je nachdem, wonach du suchst, haben sowohl Custodial als auch Non-Custodial Optionen ihre Vorteile. Eine Non-Custodial-NFT-Plattform wie Featured By Binance, ist eine gute Wahl für alle, die Autonomie und Sicherheit schätzen.
Für weniger erfahrene Benutzer kann es sinnvoller sein, einen Custodial-NFT-Marktplatz und eine entsprechende Wallet zu verwenden. Mit den Custodial-Services kannst du mehr Zeit mit der Interaktion verbringen und musst weniger Zeit damit verbringen, zu lernen, wie man sich in den Wallets zurechtfindet. In diesem Fall ist der Binance NFT Marketplace eine gute Option, die man in Betracht ziehen sollte.